Loslassen für das Glück

Unsere Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, immer mehr zu wollen: Mehr Geld, mehr Besitz, mehr Macht, mehr von allem. Doch manchmal ist weniger eben doch mehr. Oder? Loslassen für das Glück ist nicht immer leicht – aber eine Strategie, die aus meiner Sicht wirklich spürbar etwas in unserem Leben bewirkt.

Loslassen. Na klar, von den ungeliebten Dingen in unserem Leben lassen wir gerne los. Wir verabschieden uns nur allzu gern von Kontakten, Jobs oder Habseligkeiten, die uns nicht gut tun oder die wir nicht mögen. Aber was ist mit den Dingen, die wir über die Zeit eigentlich liebgewonnen haben? Macht es wirklich glücklich, sich auch von davon zu trennen? Die eigentliche Kunst des Loslassens besteht meiner Meinung nach genau darin: Von den Dingen loszulassen, bei denen es uns besonders schwerfällt. Denn darin liegen für uns oft die besten Chancen.

Vom Festhalten zum Loslassen: Die Herausforderung im Alltag

Ich hatte letzte Woche meinen persönlichen Supergau: Als ich am Sonntagabend mein Notebook hochfahren wollte, tat sich aus heiterem Himmel einfach gar nichts mehr. Nur eine kleine Fehlermeldung hob sich von dem schwarzen Hintergrund ab… Blöderweise lag meine letzte Datensicherung schon einige Wochen zurück und ich hatte etliche, für mich wertvolle, Dateien auf dem Rechner gespeichert. Als ich im nächsten Tag das Notebook zur Reparatur brachte, sagte man mir schon, dass die Chancen sehr gering seien, dass sie meine Daten wiederherstellen könnten. Die Festplatte sei „mechanisch kaputt“ und auf keinen Fall mehr zu gebrauchen.

Ich war total frustriert. Es waren nicht einmal die Kosten, die mich ärgerten, sondern eben die Tatsache, dass so viel verloren war – geschäftlich und privat. Dinge, die ich nie wieder in dieser Form beschaffen könnte.

Drei Tage lang versuchten die PC-Profis alles, um meine Daten wieder zu retten. Und mit jedem Tag schwand die Chance mehr, dass sie noch etwas wiederherstellen könnten. Was sich allerdings über die Zeit auch änderte, war meine Einstellung dazu. Ich begann, auch das Positive in diesem Totalcrash zu sehen. Während ich montags noch in richtiger Weltuntergangsstimmung war, fing ich mich dienstags schon wieder und war mittwochs so weit, dass ich sah, welche Chancen darin für mich lagen.

Ich konnte alles neu aufbauen.

Einige Daten hatte ich noch von der letzten Datensicherung. Ansonsten konnte ich neu ordnen. Nur noch das künftig auf dem Rechner haben, was ich wirklich brauchte. Der „Datenmüll“ der letzten vier Jahre wäre weg.

Ich könnte das, was fehlte, nicht auf gleiche, aber auf auf neue, bessere Weise wieder herstellen.

Ich fühlte mich auf sonderliche Weise befreit von alten Lasten, die auf meinem Rechner noch Geschichten erzählten – vom Scheitern, von Ängsten, von Krisenzeiten, von Unsicherheiten.

Ich entwarf einen Plan.

Ich würde ganz bewusst alles organisieren auf der neuen Festplatte und alles ganz auf meine gesteckten Ziele, meine Visionen und Träume ausrichten!

Das fühlte sich richtig gut an!

Letztendlich riefen mich die PC-Leute an und sagten mir, dass mein Notebook zwar einen Totalschaden hatte, aber meine Daten doch fast alle gerettet werden konnten.  Ich war heilfroh darüber – aber ein bisschen tat es mir fast leid, dass ich den „alten Schutt“ wiederbekommen würde 😉
Als ich freitags meinen neuen Rechner einrichtete, überspielte ich ganz bewusst nur die Daten, die für mich jetzt und künftig wirklich von Bedeutung waren. Ich fühle mich seither sehr befreit und gelöst, auch wenn das Ausmisten nur auf digitalem Wege stattfand.

Was ich dir mit dieser kleinen Geschichte sagen will, ist: Am Anfang mag es weh tun, sich von etwas zu trennen – aber letztendlich begreifst du, welche Chancen und Möglichkeiten darin liegen, wenn man sich wieder einmal Platz und Raum für eine neue Ordnung und neue Dinge verschafft.

Minimalistischer leben – Freiheit und Leichtigkeit spüren

kleine-dingeÜber die letzten Jahre hinweg habe ich mich von vielem getrennt, und auch jetzt noch gehe ich jeden Monat ein Zimmer durch und miste aus.

Jeden Monat ist ein neuer Raum dran.

Wenn ich durch bin, fange ich von vorne an. Bei vier Personen ist das Ausmisten kein einfaches Unterfangen 😉 Aber ich mag es, wenn die Energie im Raum frei fließen kann, ich fühle mich mit weniger einfach freier und leichter. Und die Dinge, die ich besitze, haben einen neuen Wert für mich, wenn es sie nicht in 10- oder 20-facher Ausführung gibt, sondern eben nur EINMAL.

Eine weitere Regel lautet: Eine Sache kommt neu zu uns – dafür kommt eine Sache weg. So bleibt das Gleichgewicht zwischen den Dingen erhalten. (ok, manchmal verstoße ich gegen meine eigenen Regeln 😉 ).

Loslassen bedeutet, Veränderungen zuzulassen. Wenn wir uns von Dingen verabschieden, schaffen wir Raum für Neues und legen neue Möglichkeiten frei. Je schwerer es uns fällt, loszulassen, umso bedeutsamer und wirkungsvoller sind die Veränderungen, die sich dadurch vollziehen können. Manchmal muss Altes erst weg, damit das Neue sich manifestieren kann in unserem Leben. Das ist mit Sachen ebenso wie mit Eigenschaften oder Gewohnheiten.

Raus aus der Komfortzone heißt die Devise!

Auch das Behalten von Dingen und Gewohnheiten hält uns in gewisser Weise in unserer Komfortzone fest und vermeidet oft, dass wir uns verändern und entwickeln können. Deshalb finde ich es wertvoll, immer wieder einmal zu überdenken, was wir „zu viel“ in unserem Leben haben.

Meistens neigen wir dazu, darüber nachzudenken, von was wir zu wenig in unserem Leben haben. Wir fühlen immer einen Mangel – ganz gleich, wie weit wir schon gekommen sind und wie viel wir besitzen.

Wie wäre es, wenn wir einfach einmal damit beginnen, uns die Fülle in unserem Leben bewusst zu machen?

Loslassen lernen: Vom Mangeldenken hin zum Leben in Fülle

ACEO Original Karte Lovebird 6Wenn wir damit beginnen, uns über unseren inneren und äußeren Reichtum bewusst zu werden, können wir leichter loslassen. Wenn wir uns in Dankbarkeit üben, sehen wir auf einmal alles um uns herum neu und stellen fest, wie viel wir tatsächlich besitzen. Und vielleicht sehen wir dann auch, wo nicht nur viel, sondern eben zu viel da ist. Dann können wir damit beginnen, auszumisten, auszusortieren, zu reduzieren. Und erhalten damit die Chance, etwas Neues zu erschaffen – nämlich aus dem Raum, der neu entstanden ist.

  • Hast du schon einmal versucht, dein Leben aus seiner ganzen Fülle heraus zu betrachten? Nicht darüber nachzudenken, was fehlt – sondern was du alles hast?
  • Was verändert dieses Denken für dich?
  • Gibt es Dinge, die dir in deinem Leben zu viel sind?
  • Wo könntest du ansetzen, etwas zu reduzieren und loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen?

Loslassen ist für mich ein wichtiger Schritt zum Glück.

Wir können nicht nur Neues anhäufen und leben, sondern müssen auch immer wieder schauen, was nicht oder nicht mehr zu uns passt. Nur so kommen wir unserem idealen Lebensentwurf immer näher. Wir müssen uns von Überflüssigem trennen – nicht nur von jenen Dingen, die offensichtlich zu viel in unserem Leben sind, sondern auch von jenen Dingen, bei denen es uns schwerer fällt. Belohnt werden wir mit einem Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit und Leichtigkeit, aus dem ganz viel Neues wachsen und gedeihen kann!

Hab einen freudvollen und leichten Tag!

Deine Clarissa
P.S. Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass das freie Malen viel dazu beitragen kann, uns im Loslassen zu üben. Willst du das auch ausprobieren? Dann starte doch in einem ersten Schritt mit meinem kostenlosen Happy Bird-Minikurs und erlebe die Freiheit, Freude und Leichtigkeit beim Malen! 🙂

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2 Replies to “Loslassen für das Glück”

  1. Liebe Clarissa,
    Du hast so recht mit dem, was Du sagst! Ich bin mittlerweile auch soweit, dass ich meinen Konsum auf ein Minimum eingeschränkt habe, soll heißen Spontanshopping mache ich nicht mehr, einfach nur so kaufen, weil das Kaufen, nicht das Haben glücklich macht, mache ich nicht mehr. Vor einigen Monaten haben wir unser Haus auf links gedreht, komplett entrümpelt. Es war erstaunlich, was wir alles fanden und wie es uns beim Aussortieren ging! Ein sehr gutes Gefühl! Die Sachen, die wir noch gut fanden haben wir nicht entsorgt, sondern auf einem Flohmarkt verkauft und haben uns so einen Teil des Urlaubs finanziert! So blöd wie es sich anhört, aber viel haben bringt viel zu schleppen, viel Ballast mit sich! Weniger ist mehr!
    Liebe Grüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra! Das ist ja toll, dass ihr aus dem Entrümpeln noch die Urlaubskasse aufbessern konntet! Und du hast so Recht – weniger Dinge bedeuten weniger Ballast. Ich sage immer: Jedes Ding erfordert nicht nur Geld beim Kaufen, sondern auch Zeit und Energie beim Unterhalten. Ich fühle mich auch viel leichter mit weniger Krimskrams. Erstaunlicherweise kann ich bei uns aber immer wieder ausmisten und immer wieder noch etwas weggeben, obwohl wir schon reduziert haben.. liegt wohl auch daran, dass man immer mehr lernt, loszulassen und die Dinge, an denen man vor einiger Zeit noch hing, auf einmal doch leichter verabschiedet werden können. Spontanshopping halte ich wie du, daran hab ich gar keinen Gefallen mehr. Wenn ich dann mal etwas kaufe, dann sehr bewusst und dann kann ich mich auch richtig daran freuen 🙂
      Freue mich, dass wir da ähnlich ticken! 🙂 Ganz liebe Grüße an dich! Clarissa

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