Malen: Dieser Satz verändert alles in dir

Mein erster Happy Bird entstand, als ich noch in der Schule war. Ich weiß noch ganz genau, wie er aussah: Er hatte die Form einer Amsel, große Kulleraugen, und auf seinem Kopf saß eine rote Weihnachtszipfelmütze mit einem weißen, flauschigen Rand. Der Vogel entstand aus dem Nichts heraus. Ganz spontan hatte ich drauflos gemalt und einfach entstehen lassen, wonach mir gerade war.

Heute würde ich sagen: Genau richtig so! Damals kassierte ich eine 4 für diesen Einfall. Denn der „Happy Bird“ hatte sich in eine „weihnachtliche Landschaft in Öl“ gedrängelt, die uns in der Abiturstufe im Kunstunterricht vorgegeben worden war. Da war natürlich „echte Kunst“ gefragt, und nicht so ein stümperhaft gemalter Vogel!

Wie sehr lässt du dich im Malen begrenzen?

Damals habe ich mich von Lehrern jeder Art extrem verunsichern lassen. Habe meine eigenen Ideen unterdrückt und mich angepasst.

Meinungen gehört und verinnerlicht. Ohne zu hinterfragen.

Das ging soweit, bis ich völlig den Glauben daran verlor, überhaupt in irgendeiner Weise kreativ sein zu dürfen.

Ich kam mit diesen schmierigen, langsam trocknenden Ölfarben nicht zurecht. Ich mochte die Aufgaben nicht, die ich umsetzen sollte. Jeder Strich, jede Farbwahl wurde be- und verurteilt, jeder Einfall nach einem vorgegebenen Schema benotet. Jedes Bild vor der gesamten Klasse besprochen, oder besser gesagt, in Worten zerrissen.

Vielleicht kennst du Erfahrungen dieser Art – fast alle von uns haben sie gesammelt.

Bilder wurden bewertet, benotet, vielleicht auch kritisiert, verlacht, heruntergespielt. Oder wir haben uns viel mit anderen verglichen und haben für uns selbst festgestellt, dass wir einfach nicht „gut genug“ sind.

Wenn du an Kinder denkst: Sie sind völlig frei in ihrer Kreativität.

Sie malen einfach, auf was sie gerade Lust haben und finden das einfach toll 🙂
Leider verliert sich dieses kreative Selbstbewusstsein oft im Laufe der Schulzeit, oft sogar schon im Kindergarten.

Aber das Gute ist: Wir können es wieder für uns entdecken!

Malen

Malen neu entdecken: Du darfst einfach SEIN

Erst Jahre nach meinem Abitur fand ich wieder zur Kreativität. Dank der Beschäftigung mit dem intuitiven Malen und inspirierenden Lehrern wie Michele Cassou, Flora Bowley oder Paro Bolam.

Ich verstand erstmals, dass es nicht darum ging, ein bestimmtes, perfektes Ergebnis im Malen zu erzielen.

Sondern dass es vielmehr um den Prozess ging. Darum, wie ich mich FÜHLTE während des Malens.

Darum, meine innere Stimme ernst zu nehmen und meinen Impulsen zu vertrauen.

Je mehr ich mich auf diese Art des Malens, ohne Druck, Angst und Erwartungen, einließ, umso mehr Freude entdeckte ich im Kreativsein. Ich fühlte mich zunehmend freier, leichter und beschwingter, sobald ich Farben und Pinsel in die Hand nahm.

Es gab keinen Frust mehr, das Falsche zu tun oder ein Bild zu versauen.

Ich lernte, dass jedes Bild genau so sein durfte, wie es gerade sein wollte. Es gab kein Bewertungsschema, keine Vorgabe, kein Richtig oder Falsch mehr.

Ich verstand, dass ich im Malen einfach SEIN durfte.

Und nahm genau diese wichtige, berührende Erfahrung auch ins Leben mit:

ICH DARF EINFACH SEIN.
Ich bin gut, wie ich bin.
Ich bin genug.

Heute würde ich meinen Happy Bird auf jedes Bild malen, wenn mir gerade danach wäre. Es wäre mir egal, ob jemand das für „nicht angebracht“, stümperhaft, kindisch oder falsch hielte. Ich spüre heute nur noch in mir selbst nach, was sich für mich, jetzt in genau diesem Augenblick, richtig gut anfühlt.

Und genau dorthin möchte ich auch DICH bringen!

Dieser EINE Satz verändert alles für dich:

Ich darf einfach sein!

Sei mutig und folge deinem eigenen kreativen Weg!

Ich möchte dich ermutigen, einfach einmal zu SEIN.

Dich im Malen einfach einmal dir selbst hinzugeben, deinen Gefühlen, Impulsen, deiner Lust am Kreativsein zu folgen.

Es gibt nichts und niemanden, nach dem du dich im Malen richten musst!
Es gibt nichts und niemanden, der das Recht oder die Macht hat, dich zu verurteilen.
Im Malen bist nur DU wichtig.
DU darfst DIR wichtig sein. Und dich und deine Ideen ernstnehmen!

Malen ist wie ein großer Raum, den du betrittst, sobald du Farben, Stifte, Pinsel in die Hand nimmst und beginnst. Und je mehr du dir selbst und deiner Intuition folgst, umso größer wird der Raum, der dir zur Verfügung steht.

Du wirst staunen, was dir auf einmal für Ideen kommen, wenn du dir nur erlaubst, du selbst zu sein.
Wenn du aufhörst, dich selbst zu begrenzen.
Wenn du aufhörst, für andere zu malen.
Sondern du dich nur noch deinem Herzen hingibst!

Malen aus dem Herzen

Heute bin ich frei im Malen – und DU kannst das auch!

Alles, was ich heute male, entsteht aus mir selbst heraus. Aus der Freude am Experimentieren, aus dem achtsamen Umgang mit mir selbst und meiner Intuition heraus.

Und immer wieder verändert sich meine Art des Malens, weil das Malen mit mir mitwächst. Ich verändere mich – und so auch meine Art zu malen. Ich heiße das Neue willkommen und nehme jede Idee, die aufkommt, ernst – auch wenn mein innerer Kritiker mich so manches Mal fragt, was das nun wieder soll.

Auch dich möchte ich ermutigen, dich tragen zu lassen von dem, was sich in dir zeigt.
Nimm dich ernst.
Sei mutig, und folge deinen ganz eigenen Ideen.
Auch wenn dein Kopf sie erst einmal für völlig verrückt oder gar unmöglich hält.

Du bist heute FREI im Malen.
Völlig frei!
Ist das nicht wunderbar? 🙂

Malen ist etwas, was nur dir gehört.
Gönne dir diese Freiheit!

Und denk immer daran:

„ICH DARF EINFACH SEIN!“

Ich wünsche dir einen tollen, kreativen Tag!

Happy Painting!

Deine

Clarissa

 

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