Mit Malen beginnen: Was du wirklich dafür brauchst

Mit Malen beginnen - was du wirklich dafür brauchst

Malbedarf-1Wenn ich Menschen vorschlage, es doch einmal mit dem Malen zu versuchen, bekomme ich oft zu hören: „Das kann ich doch nicht!“, dicht gefolgt von „Ich habe kein Material dafür“. Ich möchte dich dazu ermutigen, es dennoch zu versuchen, denn: Jeder kann malen! Und du brauchst dafür so gut wie keine neuen Materialien anschaffen. Klingt doch gut, oder?

Um mit Malen zu beginnen, braucht es zwei Dinge: Den Mut, etwas auszuprobieren. Und das richtige Material – wenig, aber dafür in guter Qualität.

 

Gib dem Bild eine Chance!

Weißt du, warum viele Menschen nicht malen können? Weil sie es gar nicht erst probieren! Es liegt nicht daran, dass sie etwas das Talent oder die Fähigkeit dazu nicht besitzen. Sie sind einfach nur schon von Vorneherein davon überzeugt, dass sie nicht malen können. „Ich habe zwei linke Hände“ und „ich bin überhaupt nicht kreativ“ höre ich sehr oft – und umso erstaunter sind diese Menschen und ich, wenn sie dann doch das Wagnis eingehen und zu malen beginnen. Auf einmal entsteht da etwas ganz Wundervolles!

Ich möchte dir etwas sagen (und ja, ich wiederhole mich): Jeder kann malen. Punkt. Vergiss, was dir in der Schule, im Kindergarten, zu Hause oder bei Tante Emma gesagt wurde. Jeder Mensch ist von Geburt an kreativ und hat die Gabe, seine Kreativität mit Farben auszudrücken. Viele Menschen verwechseln Kunst mit Handwerk. Wer technisch perfekte Abbilder der Realität erschaffen will, zum Beispiel fotorealistische Portraits, der braucht in der Tat das richtige Know-how dafür. Das ist ein Handwerk. Du musst lernen, die Proportionen richtig zu setzen, Licht und Schatten an die richtigen Stellen zu bringen, die Komposition richtig aufzubauen. Das hat aber nichts mit kreativem Gestalten zu tun!

Kunst ist für mich etwas, das tief aus unserem Inneren kommt. Etwas, das direkt im Herzen entsteht und über den Weg der Hände und Farben für andere sichtbar wird. Und das kann JEDER! Du musst deinem Bild nur eine Chance geben. Du musst anfangen! Höre auf, dich hinter alten Glaubenssätzen wie „Ich kann gar nicht malen“ zu verstecken und wage es, dich auf das Spiel mit den Farben einzulassen. Du wirst sehen, wie schön es ist, ganz ohne Erwartungen an die Sache heranzugehen und einfach interessiert dabei zuzusehen, was mit dem Bild und mit dir geschieht.

Mach also nicht den Fehler, das Malen aufzugeben, bevor du es überhaupt versuchst!

Male mit dem, was du hast

Der zweite Punkt, der viele Menschen vom Malen abhält, ist das Material. „Ich würde ja gern malen, aber mir fehlt im Moment noch XY dazu – und das ist mir gerade zu teuer.“ Ja, ich gebe zu, ein Einkauf in einem Geschäft für Künstlerbedarf macht Spaß (neben Buchhandlungen ist der Kunstladen wohl der einzige, in dem ich echt schnell schwach werde. Andere Frauen kaufen Klamotten und Handtaschen, ich eben Bücher und Pinsel….)! Aber dein Können hängt nicht davon ab, wie vielfältig du ausgestattet bist. Ich spüre vielmehr oft, dass ich mich selbst damit irritiere, wenn ich zu viele Materialien zur Hand habe. Dann werde ich gerne einmal unsicher, was ich für mein Bild verwenden soll. Du kannst mit ganz wenig Material mit Malen beginnen – und damit kostengünstig und ohne großen Aufwand!

Was brauche ich zum Malen?

Zum Malen reicht erst einmal eine kleine Grundausstattung. Wenn du mit Aquarellfarben malen möchtest, reichen dir ein Aquarellblock und ein kleiner Aquarellkasten hauptsächlich aus. Dazu kommen ein bis drei gute Pinsel in verschiedenen Größen. Der Rest sind Dinge, die du wahrscheinlich schon zu Hause hast. Hier eine kleine, minimalistische Einsteigerliste, angelehnt daran, was ich selbst zum Malen immer benötige bzw. was du für meine Kurse benötigst:

  • Aquarellpapier bzw. Aquarellblock
  • Einige wenige Aquarellfarben
  • 1-3 Pinsel, für Aquarell geeignet
  • Ein kleines Tuch zum Pinsel abwischen
  • Küchenpapier (zum Farben abtupfen auf dem Bild)
  • Ein kleiner Wasserbesser (z.B. Joghurtbecher)
  • 1 Bleistift
  • 1 Radiergummi
  • Holzfarbstifte (es müssen keine Aquarellstifte sein)
  • Fineliner oder Tintenstifte in Schwarz und Weiß.

(absoluter Minimalisten-Einstieg: Kaffee, Tee, rote Beete-Saft als Farben 😀 Geht hervorragend. )

Ich rate dir, lieber wenige Dinge anzuschaffen, diese aber in einer guten Qualität. Malen macht mehr Freude, wenn du gute, solide Materialien dafür verwendest.

Mit Malen beginnen: Wenig Material – aber in guter Qualität!

AquarellfarbenIch habe bei Aquarellfarben sehr gute Erfahrungen mit den Marken Schmincke (dieser Kasten* zum Beispiel enthält 12 Farben, die völlig ausreichend für den Anfang sind) und Lukas gemacht. Für den Anfang tut es aber auch ein Aquarellkasten von Pelikan.* Mit diesem habe ich lange ausschließlich gemalt und erst später die teureren Kästen dazu gekauft.
Wenn du noch günstiger einkaufen möchtest, kaufst du dir einfach einen leeren Kasten und füllst ihn mit ein paar Farben deiner Wahl auf. Aquarellfarben lassen sich gut untereinander mischen, sodass du auch mit wenigen Farben eine breite Farbpalette abdecken kannst! Du kannst jederzeit einzelne Farben nachkaufen und deine Ausstattung individuell ergänzen.

Pinsel reichen dir für den Anfang auch ein bis drei in guter Qualität. Achte darauf, dass sie für Aquarellfarben geeignet sind. Schlechte Qualität macht sich in Pinseln bemerkbar, deren Haare nach gelegentlichem Gebrauch in alle Richtungen abstehen – oder ständig herausfallen.

 

Mit Malen beginnen: AusstattungAquarellblöcke gibt es in verschiedenen Varianten. Ich persönlich arbeite gerne auf dem Hahnemühle Bamboo Mixed-Media Block*, der eine angenehme Qualität, feine Struktur und eine solide Dicke besitzt. Zudem ist er umweltfreundlich hergestellt! Man kann darauf auch mit Acrylfarben malen, sodass er sich vielfältig einsetzen lässt. Auch der Hahnemühle Britannia Block (matt) in 300g-starker Papierqualität gefällt mir sehr gut, auch dieses Papier ist sehr fein. Gut finde ich, wenn der Block rundherum verleimt ist, dann kommt nämlich beim Malen keine Farbe ungewollt auf die darunter liegenden Seiten!

Probiere einfach aus, womit du dich von der Papierqualität her wohlfühlst!

 

 

 

FinelinerFineliner oder Tintenstifte findest du in jedem gut sortierten Schreibwarenladen. Schwarze Stifte nutze ich verschiedener Marken, bei Weiß habe ich einige ausprobiert, bis ich einen guten gefunden habe. Ich nutze den Uniball Signo Pen UM 153* – der für mich beste weiße Tintenstift bislang. Er hat ein klares, weißes Schriftbild und ist schön deckend. Zudem lässt sich damit auch sehr filigran arbeiten und er liegt gut in der Hand.

 

 

 

FarbstifteFarbstifte hat fast jeder zu Hause. Mir gefiel allerdings bei den meisten Holzstiften nicht, dass sie sehr glänzend auf dem Papier herausstachen, vor allem in Kombination mit Aquarellfarben sah das sehr unschön für mich aus. Ich habe mich deshalb für die Derwent Coloursoft Farbstifte* entschieden – ein himmelweiter Unterschied zu den klassischen Stiften, die ich vorher genutzt habe! Die Stifte tragen sehr weich auf, sind angenehm matt im Bild und lassen sich supergleichmäßig auch für das Ausmalen von Flächen nutzen. Auf Aquarelluntergründen wirken sie deckend, sogar die hellen Farben kommen gut auf einem dunkleren Untergrund heraus! Ich habe meinen 24-er Kasten seit nunmehr eineinhalb Jahren und sie sind immer noch im Einsatz. Da lohnen sich die knapp 35 Euro auf jeden Fall.

 

Insgesamt kann ich dir nur raten, mit wenig Dingen anzufangen. Dann fühlst du dich am Anfang nicht mit dem ganzen Material überfordert und kannst direkt mit dem Malen beginnen. Deine Kreativität wird umso mehr angeregt, je weniger Dinge du zur Verfügung hast!

Mit Malen beginnen: Leg einfach los!

Malen soll dich erst einmal nicht ins Chaos stürzen, sondern dich freier und lebendiger machen – das gelingt mit einem übersichtlichen Sortiment am besten. Wenn du etwas kaufst, kaufe Qualität. Damit machst du dir das Malen nicht nur leichter, sondern setzt dir selbst auch das Signal, dass du es dir wert bist!

Und dann heißt es – einfach loslegen! Plane nicht zu viel, sondern wage dich ans Blatt. Nimm dir die Angst, indem du anfängst. Was kann schon passieren? Sei gütig mit dir, nimm dir für den Anfang erst einmal ein kleineres Projekt vor. Mit den ersten Erfolgen wächst die Freude am Malen und du kannst dich Schritt für Schritt weiter wagen!

Hab einen freudvollen Tag!

Deine Clarissa

P.S. Kennst du schon meinen Mini-Malkurs „Happy Bird“?  Damit möchte ich dir deinen Start erleichtern und dich motivieren, selbst die wunderbare Freude am Malen zu entdecken! Wecke den Künstler / die Künstlerin in dir! 🙂

 

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