Vom Original zum Druck Teil 1: Dein Bild digitalisieren

Vom Original zum Druck Tipps

Viele von euch haben mich gefragt, wie man von einem Original einen schönen und professionellen Druck aufbereitet. Voilà, hier ist eine kleine Blogartikel-Serie dazu 🙂 Fangen wir bei der Wurzel aller Schwierigkeiten an: Wie kommst du vom Original zu einem digitalen Bild?

Vom Original zum Druck

Vom Original zum Druck: Die perfekte digitale Vorlage schaffen

Der erste Schritt zum Druck ist zugleich auch einer deiner wichtigsten Schritte: Denn nur dann, wenn du dein Originalbild professionell in ein digitales Format bringst, wird dein Druckergebnis später auch so wie gewünscht. Egal ob du ein Poster erstellen lassen willst oder einen hochwertigen Kunstdruck, ob du dein Motiv auf Stoff drucken oder auf eine Tasse bringen willst – es braucht eine perfekte digitale Vorlage dafür!

Ich möchte dir hier zeigen, wie ich vorgehe. Ich bin keine professionelle Fotografin und habe auch kein entsprechendes Profi-Foto-Equipment. Aber ich gehe davon aus, dass du das auch nicht unbedingt hast (und wenn, dann brauchst du vermutlich auch diesen Blogartikel gar nicht, denn dann kannst du schon super fotografieren 😉 ).

Was ich dir aber zeigen will, ist, wie du mit einfachen Tricks und Mitteln dein Ergebnis schon optimieren kannst und eine solide Basis schaffst, um einen Druck zu gestalten. Das hat für mich bislang immer ausgereicht – auch in der Zusammenarbeit mit Verlagen und Lizenznehmern.

Foto oder Scan? Zwei Methoden, um deine Bilder zu digitalisieren

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um deine Kunstwerke in ein digitales Format zu bringen: Du kannst sie abfotografieren oder einscannen.

Scannen deiner Bilder

Wenn du deine Bilder scannst, solltest du einen guten Scanner zur Hand haben, der eine entsprechende Bildqualität und -auflösung gewährleistet. Wichtig ist es, hier die richtige Scanauflösung einzustellen. Verwendest du deine Bilder nur digital, reicht eine Auflösung von 72 dpi in der Regel aus. Da wir ja aber später die Originalbilder für einen Druck aufbereiten wollen, solltest du eine deutlich höhere Auflösung beim Scannen von Bildern wählen. Mindestens 300 dpi sollten es sein – am besten noch weit mehr. Das ist natürlich auch abhängig davon, was dein Scanner hergibt.

Hast du die Möglichkeit, deine gescannten Bilder in verschiedenen Dateiformaten abzuspeichern, wähle möglichst ein Format, das keine hohen Verluste in der Bildqualität und Auflösung mit sich bringt. Ein GIF zum Beispiel speichert Bilddateien nur mit maximal 256 Farben. Besser ist es, dein Bild beispielsweise als JPEG- oder JPG abzuspeichern – das ist auch eine der gängigsten Varianten. Optimal wäre ein TIFF als Ausgabedatei. Während auch bei JPGs durch die komprimierte Speicherung Details verloren gehen können, bleiben diese bei einer TIFF-Datei erhalten (vielen Dank an dieser Stelle an Heike!).

Natürlich eignet sich der Scanner nicht für jedes Bildformat. Am besten funktioniert das Einscannen kleinerer Formate und flacher Werke (zum Beispiel Motive, die du auf Aquarellpapier gemalt hast). Schwierig wird es bei großen Bildformaten, wenn deine Scannerfläche nicht ausreicht. Auch Öl- oder Acrylgemälde, die vor allem ihren Effekt auch durch ihre Struktur erhalten, sind für klassische Haus- und Hobbyscanner eher ungeeignet.

Hier gibt es spezielle Cruse-Scanner, die nicht nur eine sehr hohe Präzision und Auflösung gewährleisten, sondern auch täuschend echte Struktur-Scans möglich machen. Die Scanner sind in der Anschaffung ziemlich kostspielig. Es gibt aber Services, die den Cruse-Scan anbieten und dabei sogar größere Formate, wie etwa DIN A0 und größer, einscannen können. Die Ergebnisse sind beeindruckend! (sieh dir mal diesen Anbieter an und seine Bilder: http://www.scan-print.de/).

Abfotografieren deiner Werke

Vom Original zum Druck: Professionell fotografierenIn Zeitalter von Digitalkameras und Smartphones mit hochauflösenden Kameras ist das Abfotografieren von Bildern für den Weg vom Original zum Druck weit gängiger und auch einfacher als das Scannen. Ich persönlich fotografiere fast alle meine Werke ab, die ich drucken lassen möchte.

Auch hier musst du auf jeden Fall auf eine gute Auflösung der Bilder achten. Nimm eine möglichst große Auflösung. Solltest du die Bilder später doch in geringerer Auflösung benötigen, kannst du sie problemlos mit einem Bildbearbeitungsprogramm verkleinern bzw. reduzieren. Die hohe Auflösung ist dagegen sinnvoll, um mit deiner Bildverwendung für den Druck nachher flexibel zu sein. Du planst vielleicht jetzt erst einmal, Poster im A4-Format zu drucken, aber möglicherweise wünscht sich ein Kunde später ein A2-Format. Dann hast du gleich die richtige Ausgangsdatei für jeden Druck zur Hand und musst nicht wieder von vorne mit Scannen oder Fotografieren beginnen (so konnte ich beispielsweise meine „Crazy Cat“ nicht nur als Postkarten an Lizenznehmer verkaufen, sondern in größerem Format auch an DUB Skateboards für ein richtig cooles Board! siehe ganz oben im Bild).

Fotografiere ich mit meinem Smartphone, wähle ich dort in den Kameraeinstellungen die höchste Auflösung (bei mir sind das 13 Megapixel, du hast vielleicht mehr). Nehme ich meine Bilder mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera auf (Canon EOS 550 D), stehen mir 18 Megapixel zur Verfügung und ich verwende als Foto-Laie ganz einfach das Automatikprogramm. Bei maximal eingestellter Bildgröße haben die Bilder dann eine Auflösung von 5.184 Pixel Breite und 3.456 Pixel Höhe. Das sind aber absolute Werte. Die Bildgrößen reichen jedenfalls mehr als aus, um richtig gute Bildergebnisse zu erzielen 🙂

Die meisten Kameras speichern standardmäßig die Aufnahmen im JPEG-Format.  Dieses Format hat für meine Aufnahmen und Drucke bislang immer ausgereicht. Noch mehr Bildinformationen speichert eine Rohdatei (RAW-Format). Diese lässt sich noch vielfältiger verwenden, korrigieren und bearbeiten – benötigt aber deutlich mehr Speicherplatz und kann auch nicht von jedem Programm eingelesen werden. Wenn du mit RAWs arbeitest, speichere sie am besten nach der Bearbeitung dann als TIFF für die Weitergabe ab.

Um beim Abfotografieren solide Ergebnisse zu erzielen, musst du dir ein gutes Setting einrichten und auf ein paar Dinge achtgeben.

Hier ein paar Tipps, wie du deine Bilder professionell fotografierst und die Ergebnisse verbesserst.

Vom Original zum Druck: Tipps fürs Abfotografieren deiner Bilder

1. Blitz aus!
Der Blitz ist beim Fotografieren oft hilfreich – aber nicht, wenn es um das Fotografieren deiner Bilder geht. Dann nämlich hast du oftmals unschöne Lichtreflexionen auf deinem Bild. Also: Blitz aus, wenn du deine Werke fotografierst!

Alternativ: Du sorgst für indirektes Blitzen, das geht zum Beispiel mit einem aufsteckbaren Blitzgerät. Der Blitz wird dann zum Beispiel auf die Zimmerdecke gerichtet.

2. Licht an!
Vom Original zum Druck: Softboxen für perfektes LichtGute Lichtverhältnisse sind das A und O beim Fotografieren deiner Bilder. Das beste Licht ist meist das Tageslicht – und zwar direkt draußen! Es muss dafür nicht mal sonnig sein, das bessere Licht hast du sogar an einem bewölkten Tag. Die Wolken streuen das Licht und du erhältst ein schön gleichmäßig ausgeleuchtetes Ergebnis. Bei Sonne würde ich daher auch eher einen Schattenplatz zum Fotografieren empfehlen (sonst hast du denselben Lichteffekt wie beim Blitz).

Wenn du drinnen fotografierst, stelle eine gute, helle Beleuchtung sicher. Am besten hältst du das Licht nicht direkt auf das Bild, sondern schaffst eine indirekte Beleuchtung, schräg von der Seite. So bleiben die Lichtreflexionen aus. Ich persönlich arbeite mit sehr hellen Softboxen / Fotoleuchten, mit denen ich meine Bilder fürs Fotografieren aus zwei verschiedenen Richtungen her beleuchte. Durch das tolle Licht habe ich keine Schatten auf meinen Bildern und ein sehr gleichmäßiges und farbechtes Ergebnis!

Ich nutze diese Lampen hier * – eine einmalige Anschaffung, die es definitiv wert war!

3. Kein Mischlicht!
Achte darauf, nicht verschiedene, sehr unterschiedliche Lichtquellen zu kombinieren. Tageslicht zum Beispiel hat eine ganz andere Farbtemperatur als Kunstlicht und wirkt kälter. Beleuchtest du dein Bild von einer Seite her mit Tageslicht und von der anderen Seite mit Kunstlicht, wirst du womöglich unterschiedliche Farbdarstellungen in deinem Bild haben.

4. Genau draufhalten!
Stelle dich möglichst gerade und mittig vor dein Bild, wenn du fotografierst. So wird nichts im Ergebnis verzerrt oder ein Teil ist scharf und einer unscharf. Wenn du keine so ruhige Hand hast, nimm ein Stativ. Das macht übrigens auch Sinn, wenn du gleich mehrere Bilder auf einmal digitalisieren möchtest. Du richtest einmal dein Setting ein und tauschst dann nur deine Bilder am Fotoplatz, zum Beispiel auf der Staffelei oder an der Wand, aus.

Ich nutze ein Stativ für meine Spiegelreflex (genau genommen exakt dieses hier *, lässt sich flexibel einstellen) als auch für mein Smartphone. Da verwende ich diese Schwanenhals-Halterung *, die man überall festklemmen kann, zum Beispiel auch am Schreibtisch oder draußen irgendwo an einem Baum 😀 . Damit filme ich übrigens auch meine Tutorials!

5. Geh nah dran!
Achte darauf, dass du beim Fotografieren nicht zu viel „drumherum“ fotografierst. Gehe so nah heran an dein Bild (oder nutze die Zoom-Funktion deiner Kamera), dass du möglichst viel Display mit deinem Bild ausfüllst. So kannst du dein Bild in der bestmöglichen Auflösung erfassen.

Mache am besten von jedem deiner Werke immer ein paar mehr Aufnahmen. Übertrage die Aufnahmen auf deinen PC und suche dir von jedem Bild die beste Aufnahme heraus. Mit dieser arbeitest du dann weiter. Dabei spielt es erst mal noch gar keine Rolle, ob das Bild leicht schräg fotografiert ist. Wichtig ist, dass die Auflösung stimmt, das Bild scharf ist und gut ausgeleuchtet und natürlich auch alles restlos abgebildet ist (ich hoffe du fotografierst besser als mein Mann, der immer Arme, Beine oder Köpfe abschneidet 😉 ). Alles weitere bearbeiten wir dann, damit alles passt.

Vom Original zum Druck: Wie geht es jetzt weiter?

Jetzt hast du dein Bild schon mal auf dem Rechner, juchu 🙂 Der erste Schritt vom Original zum Druck ist geschafft. Und jetzt?!

Lies in meinen nächsten Artikeln zur Serie weiter, wie du vom Original zu einem professionellen Druck kommst.

In Teil 2 der Artikelserie „Vom Original zum Druck“ zeige ich dir, wie du mit einfachen Mitteln dein Bild in einem Bildbearbeitungsprogramm optimierst.

In Teil 3 möchte ich dir außerdem zeigen, wie ich meine Motive freistelle (also „ausschneide“ und auf einen transparenten bzw. weißen Hintergrund setze).

In Teil 4 stelle ich dir unterschiedliche Druckanbieter vor, mit denen ich zusammenarbeite und zeige dir, wie du deine Druckartikel vorbereitest und bestellst.

Und dann geht es ja schließlich noch darum, wie du deine Drucke am besten verkaufst 🙂

Denn nicht immer will man ja nur an Freunde und Familie etwas verschenken oder mal privat ein paar Weihnachtskarten drucken…stimmt’s?

In meiner Kreativ Erfolgreich!-Mastermind begleite ich KünstlerInnen und Kreative wie DICH dabei, ihre Kunst wirklich erfolgreich zu vermarkten! Bist du dabei und wirst Teil eines starken Netzwerks – um dich ganz bewusst für deinen Erfolg zu entscheiden?

Kreativ Erfolgreich! Mastermind mit Clarissa

Ich freue mich!

Alles Liebe,

deine

Clarissa

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