Wie dir das Malen zum Joggen verhilft. Und zu viel mehr.

MalenZugegeben, ich bin kein geborener Sportsfreund. Ich weiß, Bewegung tut mir gut und ich mag das Gefühl, das sich NACH dem Sport einstellt. Aber trotzdem fiel es mir bislang immer schwer, mich zu sportlichen Aktivitäten aufzuraffen – und vor allem, das auch länger durchzuziehen… ABER: Das Malen hat mir geholfen, zu joggen. Ja, wirklich!

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was Malen und Joggen miteinander zu tun haben. Auf den ersten Blick natürlich nicht viel 😉 Aber so, wie sich das Malen in ganz vielen anderen Lebensbereichen auswirken kann, so hat es mich auch dem Sport nähergebracht…

Joggen tut mir gut aber ist einfach doof. Dachte ich.

Ich war noch nie eine begeisterte Läuferin. Hin und wieder hatte ich zwar Phasen, in denen ich es zumindest ein oder zwei Mal pro Woche geschafft habe, eine kleine Strecke zu joggen. Aber ich bin nie wirklich drangeblieben. Und das, obwohl ich sämtliche Register gezogen habe, um es mir leichter zu machen und durchzuziehen.

  • Ich habe mir das tolle Gefühl hinterher immer wieder bewusst gemacht.
  • Ich habe mich morgens mit einer Freundin zum Laufen verabredet und war dadurch ja wirklich verpflichtet, den Termin auch einzuhalten.
  • Ich habe mir meine Lieblings-Playlist zusammengestellt und mich darauf gefreut, mit dem MP3-Player im Ohr loszulaufen.
  • Ich habe mir bewusst gemacht, wie toll es ist, so frisch und aktiv in den Tag zu starten.
  • Ich habe es genossen, in der Natur zu sein und fand das Joggen teilweise sogar richtig meditativ.

Und TROTZDEM fand ich es einfach doof.

Was das Ganz noch schlimmer machte, denn ich kam mir völlig unsportlich, faul und bequem vor, zumal ich ja auch noch viel im Sitzen arbeite.

Irgendwo in mir drin war immer der Wunsch, Sport als Konstante in meinen Alltag zu integrieren. Und speziell auch das Laufen. Aber mein Schweinehund war trotz aller Überredungskünste so oft stärker als ich – und ich konnte nicht einmal so richtig erklären, warum.

Dann kam ein Tag, der alles veränderte (oh wie pathetisch, das klingt jetzt so hochtrabend – aber es war wirklich ein besonderer Moment für mich!)

Vom Malen zum Joggen. Der AHA-Effekt, der alles veränderte

Ich malte an diesem Tag wieder mal ein Bild. Dieses Mal in Vorbereitung auf einen meiner Kreativkurse und es ging wie so oft darum, sich im Malen einfach einmal alles zu erlauben, was gerade da sein wollte und was sich gerade gut anfühlte.

Ich filmte mich beim Malen und sprach dabei zu meinen Kursteilnehmern.

Ich erzählte ihnen, dass sie beim Malen völlig frei wären und dass es nichts gäbe, was jetzt falsch sein könnte.

Ich motivierte sie dazu, einfach ihrem Gefühl anstatt festen Vorgaben zu folgen und bestimmte Erwartungen erfüllen zu müssen.

Ich ermutigte sie, in ihrem Tun völlig frei zu werden, anstatt sich davon leiten zu lassen, schon eine feste Vorstellung von ihrem „fertigen Bild“ im Kopf haben und diesem folgen zu müssen.

Das Malen war wie so oft eine wunderbare Erfahrung. (Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr mich das Malen und seine Wirkung überrascht. Immer wieder, egal wie häufig ich male oder wie oft ich demselben „Schema“ des freien Malens folge, erlebe ich im Malen wahre AHA-Momente. Einfach ohne Druck kreativ sein zu können, macht mich glücklich, leicht und so wunderbar unbeschwert.)

Danach hatte ich wieder einmal das Gefühl, ich sollte mich bewegen 😉

Also zog ich meine Sportsachen an und ging raus. Erst hatte ich wieder dieses zwiespältige Gefühl in mir: „Ich will eigentlich laufen – aber eigentlich auch nicht“.

Aber dennoch lief ich los, immer noch in der guten Verbindung zu mir selbst und meiner Intuition, hervorgerufen durch die vorangegangene Mal-Session. Wie immer wollte ich die eine „Runde“ schaffen, die ich mir als meine Joggingstrecke irgendwann ausgesucht hatte.

Nach etwa zehn Minuten kam mein erstes „Motivationsloch“. Das Tempo war anstrengend, meine Beine fühlten sich schwer an (kein Wunder, nach wochenlanger Sport-Abstinenz…). Da kam mir auf einmal dieser Gedanke:

„Warum erlaubst du es dir, beim Malen so frei zu sein – und beim Joggen nicht? Warum musst du diese Strecke am Stück durchjoggen, obwohl sich das überhaupt nicht gut anfühlt? Warum glaubst du, du musst diese Runde schaffen? Wer kontrolliert dich denn?“

Sich erlauben, einfach frei zu sein – in ALLEN Entscheidungen

Und auf einmal war mir so vieles klar!

Ich erlaubte mir im Malen, frei zu sein. Frei von Druck, von äußeren Vorgaben, von Erwartungen. Ich malte einfach drauflos und freute mich über den Prozess, folgte einfach immer dem Spaß am Malen, meinem inneren Gefühl, der Leichtigkeit.

Und im Sport? Da heftete ich mich wie blöd an irgendwelche Vorgaben und begrenzte mich selbst in meiner Freiheit, indem ich schon VOR dem Laufen vorgab, wie weit ich es schaffen musste und WIE die Runde ablaufen musste. Das konnte ja gar keinen Spaß machen! Und das konnte sich so einfach nie leicht, unbeschwert und gut anfühlen!

Also übernahm ich zum ersten Mal meine Haltung aus dem Malen auch im Sport.

Ich verlangsamte mein Tempo und ging einfach einen Teil des Weges, anstatt weiter zu joggen.

Ich nahm mir einige Minuten, um meine Umgebung wahrzunehmen und freute mich an den Blumen, dem Vogelgesang, dem Duft nach Frühling.

Ich spürte meinen Körper ganz bewusst und fühlte nach, wie gut mir diese kleine Verschnaufpause tat.

Dem Gefühl einfach folgen: Im Malen und im Leben (und im Sport..)

Dann kam auf einmal wieder die Lust in mir hoch, weiter zu joggen. Ich steigerte also wieder mein Tempo und lief. Und zwar nicht bis ans Ende meiner Runde, sondern wieder nur für ein Stück.

Bis ich in mir den Wunsch verspürte, langsamer zu machen. Dann wechselte ich also wieder ins Gehen.

So wechselte ich weiter ab und machte zum ersten Mal so Sport, wie er mir WIRKLICH entsprach – und nicht der Erwartung, die ich an meine Trainingsrunde hatte.

Ich schaffte an diesem Tag nicht nur meine übliche Strecke, sondern weit mehr.

Und ich hatte so eine Freude dabei!!

Und das alles nur, weil ich verstand, worum es ging.

Nicht um ein Ergebnis.

Nicht darum, ein festes Ziel zu erreichen.

Ich lief ja nicht, um einen Marathon zu gewinnen, sondern um die Freude an der Bewegung zu genießen und etwas für mich und meinen Körper zu tun.

Warum also hatte ich mich so lange dazu gezwungen, mich zu etwas zu überwinden, was sich für mich gar nicht stimmig anfühlte?

Erst jetzt begriff ich, warum ich Joggen nie durchgehalten hatte, trotz aller gezogenen Register, Belohnungen, Tricks.

Es war einfach nicht MEINE Art zu joggen gewesen.

Seitdem laufe ich regelmäßig und es macht mir richtig viel Freude.

Ich laufe mittlerweile schon längere Strecken am Stück – aber eben weil sie sich jetzt gut anfühlen, und nicht, weil ich es MUSS. Ich erlaube mir außerdem jetzt auch, nicht jedes Training gleich zu gestalten, sondern immer wieder genau hinzuhören, was mir gerade gut tut und was mir Freude bringt.

Lebensfreude und Leichtigkeit durch das Malen: Das schaffst auch DU!

Ich wünsche dir, dass auch dir das Malen und das freie Kreativsein die Dinge in deinem Alltag erleichtern. Dass du im Malen lernen kannst, frei zu sein und ganz deinem Gefühl zu folgen – und dir genau das auch in anderen Lebensbereichen auf diese Weise möglich wird.

Ich wünsche dir, dass du aufhören kannst, Dinge zu tun, die du nicht magst, weil sie nicht dir entsprechen.

Und du stattdessen den Mut hast, die Dinge auf DEINE WEISE zu tun.

Ich spüre schon lange diese wunderbaren Auswirkungen des Malens auf andere Lebensbereiche. Und immer wieder gibt es dadurch neue Veränderungen, obwohl ich immer schon denke, da gäbe es nichts mehr zu entdecken für mich. Das Malen ist ein kraftvolles Instrument, um mehr Lebensfreude und Leichtigkeit in dein Leben zu bringen. Und das immer wieder anders und immer wieder neu!

Vielleicht joggst auch du bald begeistert – oder erlaubst dir, andere Dinge, die jetzt für dich nicht stimmig sind, auf andere Weise zu tun. Auf DEINE Weise!

Alles Liebe für dich,

Deine

Clarissa

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P.S. Wenn du lernen möchtest, auch im Malen immer freier zu werden und dadurch auch die Effekte des Malens auf andere Lebensbereiche zu verstärken, dann komm in meinen *** 21 Tage KREATIV!-Kurs! *** Dort befreien wir deinen inneren Künstler und du wirst unglaublich viel Freude und Lebendigkeit spüren!

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6 Replies to “Wie dir das Malen zum Joggen verhilft. Und zu viel mehr.”

  1. Liebe Clarissa
    was für eine schöne Analogie! Es lohnt sich wirklich, sich der Freude am Machen bewusst zu sein, egal was es ist. Wenn Malen, Sport, Musikmachen, was auch immer – zur Pflicht werden, dann lohnt es darüber nachzudenken, ob wir zu hohe Ansprüche haben oder zu sehr an einem gelungenen Ergebnis hängen.
    Malen darf einfach Spaß machen und Sport natürlich auch 😉
    Liebe Grüße
    Eva

    1. Hallo liebe Eva, genau so sehe ich das auch! 🙂 Was wir für uns und unsere Seele tun, soll Spaß machen und sich leicht anfühlen dürfen. „Funktionieren“ müssen wir genug. Leider werden wir oft schon darauf geprägt, an uns selbst hohe Ansprüche zu stellen, die Dinge perfekt machen zu müssen oder es eben „so wie alle“ tun zu müssen. Umso schöner, wenn man sich diese Dinge bewusst macht und es ganz bewusst dann anders und freudvoller machen kann 🙂 Und immer wieder gibt es neue Bereiche zu entdecken, wo man noch in alten Strukturen drinhängt und sich step by step befreien darf! Wie schön, dass du das auch so siehst <3 Viel Freude weiterhin bei deinen kreativen Aktivitäten! Ganz liebe Grüße an dich, Clarissa

  2. Hallo Clarissa,
    ja, ganz egal welchen Zugang es zur Bewegung gibt, wichtig ist man bewegt sich. So wie ich wander: gehen und gehen lassen, so sollte es eben überall im Leben sein. Die Erfahrung mit dem „Joggen“ ist zwar nicht meines,ich habs x-mal versucht. Ich bin eine leidenschaftliche Mountainbikerin und malen finde ich als eines der schönsten Entspannungsmöglichkeiten.
    lg ingrid

    1. Hallo liebe Ingrid, ich finde auch, dass man das finden muss, was einem Spaß macht – und manche Dinge muss man einfach einmal auf neue, ganz eigene Weise angehen, damit sie stimmig sind. Ich konnte dem Joggen vorher auch wirklich nie nachhaltig etwas abgewinnen 😉 Ich finde es toll, dass du so aktiv bist und gleichzeitig mit dem Malen so schön entspannen kannst! Hab einen tollen Tag und bis bald wieder! Clarissa

  3. Hallo Clarissa,
    ich bin auch schon auf’s Rad umgestiegen, weil ich so wenig Spaß am joggen hatte. Aber auch dafür bin ich manchmal einfach zu faul, weil meist gleich 25+ km fahre 🙂 Irgendein kleines Monster sagt mir immer, dass es unter dem nicht reicht. Ich glaube, ich muss echt auch mal einen Gang runter schalten und mir selbst genügen – mit mehr Spaß am fahren und nicht am Kilometerstand. Werde morgen dran denken. Liebe Grüße. Ulrike

    1. Hallo liebe Ulrike, genau das war eben auch mein Problem. Dieses „Ich muss doch so und so viel schaffen“ – und das natürlich am Stück, Pausen macht ja kein „normaler Jogger“. Dieses kleine Monster in uns kann uns manchmal die ganze Leichtigkeit an einer Sache nehmen. Umso schöner, wenn wir ihm auf die Schliche kommen 🙂 Ich bin gespannt, wie es dir heute beim Radeln geht! Ganz liebe Grüße an dich, Clarissa

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