Welches Aquarellpapier ist gut?

Die Auswahl an Papieren und Blöcken fürs Aquarellmalen ist groß: Doch welches Aquarellpapier ist jetzt wirklich zu empfehlen? Auf was kommt es bei der Auswahl an? Hier habe ich einige Tipps für dich zusammengestellt, damit du dir die Entscheidung leichter machst.

Welches Aquarellpapier ist denn nun gut?

Wenn du noch relativ neu mit Aquarellfarben experimentierst oder gerade mit dem Aquarellmalen starten magst, fühlst du dich vielleicht mit der Auswahl an Papieren und Blöcken erst einmal überfordert:

  • Welches Papier eignet sich denn nun am besten fürs Aquarellmalen?
  • Wo liegen die Unterschiede zwischen den einzelnen Papiersorten?
  • Was ist besser – rau oder matt?
  • Und welches Format ist das richtige?
  • Ist der teurere Malblock auch wirklich der bessere?

Lass uns gemeinsam einmal anschauen, auf was es bei der Auswahl ankommt:

Aquarellpapier: Besonders wichtig – die Papierstärke

Wenn du deine Papier-Auswahl an nur einem Kriterium festmachen müsstest, würde ich dir empfehlen, dich anhand der Papierstärke zu entscheiden. Nichts ist in meinen Augen ein wichtigeres Qualitätsmerkmal als die Stärke und Stabilität des Aquarellpapiers.

Günstiges Aquarellpapier ist bereits mit einem Gewicht von unter 100 g/m² zu haben. Daran wirst du allerdings nicht lange Freude haben: Das Papier wellt sich schnell und lässt sich meist auch nach dem Malen nur noch mit viel Mühe (und beherztem Einsatz von Buchpressen oder Bügeleisen…) glätten.

Durch die Wellen im Papier kann es sein, dass sich auch deine Farben nicht so gleichmäßig wie gewünscht auf dem Papier verteilen, sondern kleine Pfützen und Wasserlachen entstehen. Oder du radierst einmal zu stark deine Bleistiftskizze weg – und schon ist ein böses Loch im Papier!

Es gibt nichts, was mehr frustriert, als wenn dein Papier nicht so will wie du!

Deshalb meine Empfehlung:
Setze beim Aquarellpapier auf eine gute Papierstärke.

Ich rate dir zu mindestens 200 Gramm starkem Aquarellpapier. Ich persönlich arbeite sogar ausschließlich auf Malblöcken und Papieren mit mindestens 250 g, besser noch 300 g Stärke.

Da wellt sich dann beim Malen absolut nichts – und es ist eine reine Freude, auf so stabilem Papier zu malen! Da kann man sich auch mit viel Wasser und vielen Schichten Farbe so richtig austoben 🙂

Auch wenn du deine Aquarellfarben mit anderen Materialien kombinieren möchtest, fährst du mit starkem Aquarellpapier gut. Kurzum: Du bist flexibler bei deinen Maltechniken und hast garantiert mehr Spaß beim Malen!

Aquarellpapier: Rau oder matt?

Sicher hast du schon gesehen, dass es Aquarellpapier nicht nur in verschiedenen Stärken und Formaten gibt, sondern auch in unterschiedlichen Körnungen. Es gibt Aquarellpapier, das als „rau“ gekennzeichnet ist und solches, das als „glatt“ oder auch als „matt“ beschrieben wird.

Die einzelnen Papiersorten haben unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich der Leuchtkraft, der Transparenz und der Fließkraft der Farben.

Wo sind die Unterschiede?

Aquarellpapier glatt, satiniert

Aquarellpapier mit einer glatten, satinierten Oberfläche fühlt sich sehr fein und ebenmäßig an. Auf diesem Papier kommen Aquarellfarben besonders strahlend und brillant zur Geltung. Außerdem lassen sich Farben auf dieser Art von Papier leichter wieder entfernen. Auch das Anlegen transparenter Farbschichten gelingt hier ganz leicht.

Wenn es allerdings darum geht, besonders nass zu arbeiten und sehr wässrige Schichten Farbe anzulegen bzw. „nass in nass“ zu arbeiten, ist dieses Aquarellpapier weniger geeignet.

Aquarellpapier matt

Das Aquarellpapier in Matt kann ich vor allem Einsteigern sehr empfehlen, da sich die Farben hier sehr gut im Fließen kontrollieren lassen und auch die Pinselführung besonders leicht fällt. Sowohl nasse als auch trockenere Farbschichten können hier unkompliziert angelegt werden. Die Oberfläche ist angenehm fein und auch zarte, leichte Motive kommen hier schön zur Geltung.

Aquarellpapier rau

Bei Aquarellpapier mit rauer Oberfläche kommt die Struktur des Papiers sichtbar zur Geltung. Das kann ein schöner Effekt sein und in die Wirkung eines Bildes mit hineinspielen. Aquarelle wirken hier oft noch plastischer. Für nasse Farbaufträge und die „Nass in Nass“-Technik ist das raue Aquarellpapier super geeignet.

Welche Papiersorte nun die bessere ist, hängt also davon ab, wie du am liebsten malen möchtest und womit du dich am meisten wohlfühlst.

Während es zudem einige Kreative mögen, wenn die Strukturen des Papiers zu sehen sind, lieben andere Künstler wiederum die feine Haptik einer glatten oder matten Oberfläche.

Ein kleiner Tipp nur am Rande: Wenn du vorhast, aus deinen Aquarellbildern Drucke und Printartikel zu fertigen, würde ich auf mattes oder glattes Aquarellpapier setzen. Das macht es nämlich einfacher, deine Bilder digital für einen Druck aufzubereiten.

Welches Aquarellpapier also? Einfach ausprobieren!

Wenn du noch keine oder wenig Erfahrung mit dem Aquarellmalen hast, empfehle ich dir, einfach einmal verschiedene Papiersorten und unterschiedliche Körnungen für dich zu testen.

  • Was fühlt sich besser an?
  • Mit was kommst du besser zurecht?
  • Mit welcher Art von Papier fühlst du dich am wohlsten?

Kein Ratgeber ersetzt den Praxistest 🙂

Es gibt übrigens im Fachhandel auch einzelne Papiere zu kaufen, sodass du nicht gleich mehrere teure Malblöcke anschaffen musst, um unterschiedliche Papiere auszuprobieren.

Da kommen wir übrigens auch schon zur nächsten Frage:

Einzelnes Aquarellpapier oder geleimter Block?

Du kannst Aquarellpapier in Form einzelner Papiere kaufen oder klassische Malblöcke. Ich empfehle dir gerade als Einsteiger eher einen Block, da die Handhabung hier einfacher ist.

Doch auch bei den Blöcken gibt es Unterschiede: Bei einigen Blöcken sind die Papiere nur oben oder an einer Seite miteinander verklebt, bei anderen Blöcken sind alle Seiten rundherum verleimt.

Ich rate dir hier auf alle Fälle zu einem Block mit komplett verleimten Seiten:
Auch das trägt nämlich dazu bei, dass sich dein Papier beim Malen nicht wellt und schön stabil und glattgezogen bleibt.

Du malst außerdem direkt auf dem Block, ohne dabei die darunter liegenden Papierseiten mit Farbe in Mitleidenschaft zu ziehen.

Wie löst man Aquarellpapier vom Block?

Wenn dein Aquarell getrocknet ist, kannst du das Bild vorsichtig vom Block lösen.

Hier habe ich am Anfang vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht, das Papier vom verleimten Block abzubekommen 😉

Damit du nicht auch vergebens suchst: Es gibt immer eine Ecke am Block, die NICHT verleimt ist. Das ist auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich – aber es gibt diese Ecke wirklich 😉

An dieser Ecke gehst du vorsichtig mit einem Lineal oder einem Brieföffner (oder ganz professionell mit einem Falzbein*) unter das Papier und löst es dann vorsichtig rundherum vom Block ab.

Aquarellpapier: Welches Format ist das richtige?

Aquarellpapier gibt es in ganz unterschiedlichen Formaten – vom kleinen Postkartenblock bis hin zum großformatigen Einzelpapierbogen im Meterformat.

Wenn du gerade mit Aquarellfarben beginnst, rate ich dir zu einem mittelgroßen Format, (z. B. 30 x 40 cm), das genügend Platz zum Experimentieren mit den Farben bietet und dich nicht allzu sehr einschränkt.

Wähle aber gleichzeitig ein Format, mit dem du dich noch wohlfühlst und das dir nicht so übermächtig erscheint. Das wiederum kann nämlich sonst dazu führen, dass du dich gar nicht erst an dein Papier herantraust und dann im Malen total gehemmt bist.

Wenn du Freude am Aquarellmalen gefunden hast, rate ich dir zu einer kleinen Auswahl: Halte größere und kleinere Formate bereit, sodass du immer wieder das zur Hand nehmen kannst, was sich gerade richtig gut anfühlt. Das kann je nach Tagesstimmung total variieren.

Vielleicht bringst du auch schon Erfahrung in anderen Maltechniken mit:

Wie beschreibst du deinen Malstil?

Eher schwungvoll und in großen Zügen – oder bist du eher jemand, der es klein und überschaubar hält und sich gerne in Details verliert?

Auch daran kannst du festmachen, welches Format am besten zu dir passt.

Wenn du dir alle Möglichkeiten offenhalten willst – wähle für den Beginn einzelne größere Papierbögen aus und schneide sie dir einfach bei Bedarf zurecht. Wenn du den Aufwand des Schneidens nicht scheust, spart du damit auch noch Geld im Vergleich zu den „fertigen“ Blöcken.

Welche Marke bei Aquarellpapier ist gut?

Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich LIEBE die Aquarellblöcke von Hahnemühle. Die gehören zu den teureren Blöcken, aber sie sind definitiv ihr Geld wert.

Sie lassen die Aquarellfarben richtig leuchten und nehmen auch die Farben einfach ganz toll auf. Außerdem sind die Hahnemühle Papiere strapazierfähig – sie wellen sich nicht und halten auch mehreren Schichten Farbe, Mixed-Media-Techniken und auch mehrmaligem Radieren problemlos stand 🙂

Mein Favorit ist der Hahnemühle Britannia matt 300 g Aquarellblock. *

Den nutze ich eigentlich am meisten. Aber ich experimentiere auch immer wieder gern mit neuem Material.

Apropos Mixed Media: Wenn du gerne verschiedene Materialien kombinierst, rate ich dir zu speziellen Mixed Media-Blöcken.* Da kannst du sowohl mit Aquarell, als auch mit Acrylfarben, Kreiden oder anderen Farben experimentieren. Die Papiere eignen sich für unterschiedlichste Techniken – übrigens auch für Collagen.

Auch hier gilt: Setze vor allem auf eine gute Papierstärke!

Ich hoffe, ich konnte dir damit deine Entscheidung für das richtige Aquarellpapier ein wenig erleichtern!

Und wenn du Inspiration suchst, was du nun auf dein Aquarellpapier zaubern könntest: Dann schau doch mal bei meinen Happy Painting Kursen vorbei! Ich freue mich auf dich!

Happy Painting!

Deine

Clarissa

 

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2 Kommentare bei „Welches Aquarellpapier ist gut?“

  1. Danke für die schöne Zusammenfassug. Ich neige dazu, immer wieder den gleichen Block zu kaufen (der sich bewährt hat) und probiere zu selten nues aus. Schade eigentlich.
    Es gibt ja auch diesen Mix-Block von Hahnemühle, in dem verschiedene Blätter drin sind. Vielleicht sollte ich mir den mal zulegen.

    Ganz liebe grüße, Doro.

  2. Hallo liebe Doro! Ja, wenn man sich mal eingeschworen hat, greift man doch immer wieder zu denselben Papieren 😉 Geht mir auch so. Welchen Block verwendest du denn am liebsten?
    Aber der Mix-Block von Hahnemühle klingt spannend, da muss ich doch mal schauen gehen! Im Art Journaling verwende ich auch ganz viele unterschiedliche Farben und Materialien, da wäre so etwas perfekt, um Dinge auszuprobieren! 🙂 Ganz liebe Grüße an dich! Clarissa

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