Wie frei müssen wir sein, um frei kreativ zu sein?

Wie frei müssen wir sein, um frei kreativ zu sein? Diese Frage hat mich vor kurzem beschäftigt. Sicherlich ist Kreativität etwas, was immer in uns ist. Ein Werkzeug, das wir nutzen können, ganz gleich, wie frei oder unfrei wir sind. Ganz gleich, in welcher Lebenssituation wir uns befinden. Was immer uns gerade umtreibt. Und natürlich ist es auch ein heilsames Werkzeug, das besonders wirkt, wenn wir schwierige Zeiten durchleben.

Und doch merke ich, dass ein befreites Selbst auch eine befreite Kreativität mit sich bringt. Im Prinzip ist es wie ein Kreislauf:

Wenn wir uns unserer Kreativität hingeben, befreien wir uns mehr und mehr selbst. Unser Innerstes wird sichtbar, wir erleben vielleicht mehr Bewusstsein, Präsenz, Verbindung zu uns selbst. Das wiederum bringt oft auch Veränderungen im Außen in Bewegung.

Erst ein befreites Inneres kann ein befreites Äußeres nach sich ziehen.

Gleichzeitig erlebe ich: Je mehr ich mich selbst lebe, umso freier wird meine Kreativität. Ich wage mich mehr hinaus. Gehe tiefer. Gestalte echter, ungefilterter, ungeschönt und unmittelbar. Was ich bin und lebe, zeigt sich auf dem Papier.

Kreativität ist also ein Werkzeug und Übungsfeld zu einem mehr und mehr befreiten Selbst.

Und das befreite Selbst wiederum verändert, wie wir Kreativität leben können.

Wir gelangen über das Gestalten tiefer und tiefer. Verändern uns dadurch wieder und wachsen daran.

Es ist wie ein zirkulärer Prozess, der uns über den kreativen Ausdruck – und in diesem – tiefer zu uns selbst führt.

Ein Weg, der nicht endet. Im Gegenteil, er ebnet sich durch den Willen, ihn zu gehen. Immer weiter, in uns selbst hinein und aus uns selbst heraus.

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